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Die spinnen die Gallier! Folge 4

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Aussprechen oder nicht aussprechen: das ist die Frage!

Warum zum Teufel geben sich die Franzosen so viel Mühe zu schreiben, wenn sie eh nur einen Bruchteil davon bzw. anders aussprechen? Diese Frage wird mir öfters gestellt, und ich bin immer etwas ratlos: „Was kann man da vernünftig antworten?“.

 Wenn eine sinnvolle Antwort in puncto „Begründung“ sich schwer finden lässt, kann man allerdings einiges dazu erläutern, um zu wissen, wann man was ausspricht oder verschluckt.

 Bei den Konjugierungen wird die Endung mit „e“ nicht ausgesprochen. Je parle, tu parles, il parle, ils parlent: alle werden gleich ausgesprochen, nämlich [parl]. Aber schließen Sie nicht zu schnell eine allgemeine Wahrheit daraus. Wenn bei dem „ils parlent“ die Endung –ent verschluckt wird, ist es nur bei den Verben der Fall. Bei dem Satz „ils parlent lentement“ wird das erste –ent verschluckt, jedoch nicht das zweite. Wenn ich dazu sage, dass bei „lentement“ schon das –en ausgesprochen wird, aber das –t nicht, dann werden Sie „lentement“ wieder zu Recht denken: „Die spinnen die Gallier!“ Eine Wahrheit können Sie jedoch daraus schließen, nämlich dass bei den Verben alle Endungen in –ds, -d, -ts, t, -x… immer verschluckt werden (tu vends, il prend, je veux).

 Andere Wörter sind noch gemeiner. „La couturière est partie en vacances avec ses fils“. Diesen Satz kann ich problemlos schreiben. Aber selbst als Französin weiß ich nicht, wie er auszusprechen ist! Es hängt nämlich vom Kontext ab. Hat die Schneiderin ihre Fäden alle mit in den Urlaub genommen, spreche ich [fil] aus. Sollte es sich jedoch um ihre Söhne handeln, dann ist hier [fis] auszusprechen. Also entweder, oder, aber auf gar keinen Fall [fils], wie man es schreibt. Egal ob ein oder mehr Fäden, immer [fil], egal ob ein oder mehr Söhne, immer [fis]. Ist das nicht fies!!!

 Ein letztes Beispiel mit „plus“, das mir von einem Leser nahe gelegt wurde. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass man dieses Wort teilweise mit und teilweise ohne [s] ausspricht. Dann darf ich Ihnen verraten, dass es einen Trick gibt, der fast immer funktioniert (ich habe gesagt: FAST!). Wenn man etwas Positives ausdrücken will, also noch ein bisschen mehr, dann spricht man das S aus [plys] (je veux plus de temps, j’aime plus le chocolat Ritter Sport que le Milka J). Wenn es reicht, und ich nichts mehr will, dann ohne: [ply] (je n’en veux plus).

Ausnahme dabei ist der Komparativ, wo das S verschluckt wird, wenn es von einem Adjektiv oder Adverb gefolgt wird: il mange plus vite que moi, mais je suis plus fort que lui. Allerdings verwandelt sich die Aussprache in [plyz] wenn das darauffolgende Wort mit einem Vokal anfängt: je suis plus intelligent que lui.

Ich sehe schon Ihre Kommentare im Forum der Social Networks: „Ja, aber es gibt noch andere Ausnahmen“. Und Sie werden Recht haben. Dies ist ein Tipp, der in vielen Fällen klappt, aber auf keinen Fall eine sprachwissenschaftliche Regel. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, und mittlerweile wissen Sie auch warum: weil die Gallier spinnen!

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